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Donnerstag, 20. Juli 2017

Die Nacht war kurz. Zu kurz, wenn man dem Schmerz meiner Augen glauben möchte. Ich hoffe, dass sie sich im Laufe des Tages nicht röten, das wäre fatal. Immerhin bin ich heute bei meiner zukünftigen Ausbildungsstelle und muss mich müde durch die Infoveranstaltung quälen.Selbst Schuld, würde meine Mutter jetzt sagen. Aber warum bin ich überhaupt so müde? Der Tag gestern begann ganz normal. Mein Bruder hat mich gebeten, ihm Kondome und Waschmittel zu holen, also war ich bereits um 12 unterwegs, habe es ihm gekauft und mich zu Hause wieder in meine Decke gemurmelt, bis er vor meiner Tür stand. Ich hasse es so sehr, wenn mich meine Familie besucht. Sie sehen sich die Wohnung an und bemängeln alles. Ich könnte alles aufgeräumt haben, würden sie auch nur ein Staubkorn finden, wäre meine Wohnung ein „Saustall“. Nur in seinen Augen nicht.. Er wusste, was ich durchmache, wie grässlich ich mich fühle und schenkt mir dafür umso mehr Liebe. Das macht einen guten Erzieher aus, denke ich. „Kennst du noch Tom? Der war früher immer bei uns zu Hause. Ein Freund von mir.“ Tom. Ja, ich erinnerte mich an ihn und seine blonden, platten Haare. Er hatte nichts außergewöhnliches an sich. Er war ein Junge wie jeder andere. Nur für mein 9-Jähriges ich nicht. Für das kleine Mädchen war er der Traum von einem „Mann“. Mit seinem Lächeln brachte er mein Herz zum schmelzen. Tom stand vor kurzem neben meinem Bruder, als er Einkaufen war, wir haben uns zufällig getroffen. Mein Bruder war sogar bereit, meinen Einkauf zu zahlen, aber ich war damit nicht einverstanden. „Hör zu, ich bin unabhängig und kann mein Essen selbst zahlen. Aber es ist trotzdem sehr lieb von dir, danke.“ „Wie du meinst.“. Tom ließ mich während des Gespräches nicht aus den Augen, während mein Bruder meinen Einkauf studierteund schließlich sagte: „Von Milch wird man aber nicht betrunken, das weißt du doch, oder?“ Er fing an zu lächeln und seine etwas zu weißen Zähne kamen zum Vorschein. „Du weißt genau, dass ich nicht trinke.“ Ganz abgesehen von den Nächten mit Michael und dem Monat nach der Erkenntnis, dass mein Ex mir nicht treu sein konnte. „Ja, an den erinnere ich mich noch. Wieso?“ „Er steht auf dich.“ Früher war das für ihn undenkbar. Ich war nur die kleine, hässliche Schwester seines besten Freundes. Wir hätten damals nie eine Zukunft gehabt, wenn es nach ihm gegangen wäre. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. Ich blühe auf, er nicht. Er will was von mir, ich finde ihn nicht attraktiv.. Karma, Tom. Karma. ----- Der Rest des Tages war außergewöhnlich ruhig. Bis zum Abend zumindest. Dylan kam vorbei. Wir haben gequatscht, Fernsehen geguckt, gekuschelt und uns geküsst. Er hat mir selbst zur Begrüßung einen Kuss gegeben, bei dem ich mein Gleichgewicht verloren und mich so vor ihm blamiert habe. Was soll's. Er weiß, dass ich ein Tollpatsch bin und trotzdem mag er mich. Außerdem hatte ich ja auch nicht vor, mit ihm eine Beziehung zu führen. Ich wurde müde und kuschelte mich an ihn, während er sich in Ruhe Dr. House angesehen hat. Ich bin auch fast eingeschlafen, bis er angefangen hat mich zu streicheln. Er ging mir über den Rücken, der bei mir eine sehr empfindliche Zone ist, kniff mir leicht in den Hintern und streichelte meinen Kopf. Ich kuschelte mich immer weiter an ihn heran, bis sich seinen Herzschlag an meiner Brust fühlen konnte. Er war sehr schnell. Mir war schon klar, dass es auf mehr hinauskommen wird. Ich muss noch schlafen.O Gott, es müsste jetzt schon um 23 Uhr sein. Ich richtete mich auf, sah auf die Uhr und stellte fest, dass es bereits Mitternacht war. Gut, sechs Stunden hab ich noch. Wir haben uns weiter unterhalten, haben uns geküsst und eines führte zum anderen: er zog mir die Hose aus und ging mit mir ins Schlafzimmer, warf mich aufs Bett und fing an mich oral zu verwöhnen. Fast eine Stunde lang, bis meine Gelenke nachgaben. Er war verdammt gut, aber ich konnte nicht kommen. Mein ganzes Bett war nass, weil ich eine so starke Lust auf ihn hatte. „Wie gern ich dich jetzt in mir hätte.“ „Erst wenn du kommst.“ Klare Ansage. Aber ich bekomme dich noch dazu, mein Lieber. Gesagt, getan. Es folgte eine weitere herrliche Stunde, bis er noch härter wurde, innehielt und ein unterdrücktes Stöhnen aus seiner Kehle kam. Ich bin einige Minuten vor ihm gekommen. Er nahm mich in den Arm. „Es war sehr schön mit dir.“Das vertraute Gefühl, dass ich versagt habe, brannte ein Loch in meinen Bauch. Meine Innere Stimme meldete sich jetzt zu Wort: Wenn er es nicht genossen hätte, wäre er nicht kurz danach noch bei dir geblieben. Er hätte dich nicht geküsst, weder zum Abschied noch einfach so. Er hätte dich nicht auf diese besondere Weise angesehen. Er hätte dich angesehen wie Mark und hätte sich vermutlich eine ähnliche Ausrede einfallen lassen wie er:„Du.. ich bin wirklich sehr müde. Ich hab mit ein paar Freunden bis um fünf im Park Fußball gespielt. Du weißt ja, wo der Bahnhof ist.“ „Ja. Na gut. Sehen wir uns wieder?“ Er richtet sich auf: „Natürlich.“ Er hat sich nie wieder gemeldet. Aber Dylan ist anders.

6.8.17 17:24

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