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Sonntag, 06. August 2017 Seelensplitter 2

Ich sitze im Wohnzimmer und vor mir steht mein Abendessen. Das Problem an der Sache ist: gekocht habe ich, weil mir vor Hunger schwindelig wurde. Jetzt steht das Essen vor mir auf dem Tisch und ich hab das Gefühl, dass ich mich gleich übergeben muss. Der Grund dafür ist simpel und passt perfekt zu meinem bisherigen Leben. Ich denke, dass Menschen wie ich niemals bekommen werden, was sie sich wirklich wünschen. Wir können durch die Hölle laufen und werden trotzdem nicht belohnt. Nein, wir drehen eine Ehrenrunde nach der anderen. Ich habe versucht aus meinem Hamsterrad auszubrechen, bin aber scheinbar mit Stahlketten daran gebunden. Den Schlüssel habe ich verloren und das wahrscheinlich schon bei meiner Geburt. Nachdem Dylan gegangen ist, habe ich geguckt, warum mein Handy so vibriert hat. Meine Mama und mein Bruder haben mich angerufen. Beide haben mich zum Essen eingeladen, da meine Eltern grillen und sie mich fragen wollten, ob ich komme und sie dafür dann noch Paprika auf den Grill schmeißen sollen. Mir ging es heute morgen nicht besonders gut. Ich hab kaum geschlafen und habe ihn nicht berührt. Ich hätte es am liebsten getan, hatte aber große Angst. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vor sich geht. Ich weiß nicht, was er denkt, wenn er mich sieht. Ich weiß nur, dass er gern mit mir schläft. Aber das hat nichts zu bedeuten. Ein Mann auf einer Durststrecke würde (meiner Erfahrung nach) alles vögeln, was bei drei nicht auf dem Baum ist. Und ich kann scheinbar nicht klettern. Ich dachte wirklich, dass er mich wenigstens etwas mag. Immerhin wird er rot, wenn er in meiner Nähe ist. Wenn er mir in die Augen sieht, ist es so, als könnte er tief in meine Seele schauen. Aber scheinbar guckt er nur durch mich hindurch. Gott, ich bin so ein Idiot. Ich dachte wirklich, dass ich endlich mal wieder Glück habe. Und jetzt würde ich mich am liebsten wieder auf die Gleise schmeißen. Er hat mir geschrieben. Erst ganz normal über Autos. Dann ein abrupter Themenwechsel: „Kannst du mir einen Gefallen tun?“ „Natürlich. Was gibt’s?“ „Du darfst bitte keine Gefühle entwickeln.“ Du darfst keine Gefühle entwickeln – in meiner Brust wird es eng. Du darfst kein Gefühle entwickeln – mir wird schwindelig. Du darfst keine Gefühle entwickeln – ich glaube, ich muss kotzen. ------- Ich weiß nicht, was ich darauf antworten soll. Wenn ich ihm jetzt sage, dass er in mir Gefühle auslöst, die schon lange begraben waren und ich ihn am liebsten die ganze Zeit um mich hätte, bricht er mit Sicherheit den Kontakt ab. Also hab ich geschrieben, was mir am ehesten in den Sinn kam: „Das war die Abmachung. “ „Das ist wirklich echt wichtig.“ Was hab ich nur getan. Wie konnte ich nur so dumm sein. „Du bist scheinbar wirklich kein Beziehungsmensch, hm?“ „Na ja, schon. Aber die Zeit ist schlecht.“ Sag doch einfach, dass du dir mit mir niemals etwas vorstellen könntest. Ich versteh das schon, ich würde mich auch nicht nehmen. Niemand würde mich jemals nehmen. Mein Bett wird von der leere, den traurigen Erinnerungen und den Tränen, die ein Resultat des Schmerzes sind, gefüllt. Ich kann ihn nicht mehr sehen.

13.8.17 17:17, kommentieren

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Samstag, 05. August 2017

Es ist das erste Mal, dass mein Bruder mich fragt, ob ich mit ihm Kleidung kaufen gehe. Er brauchte den Rat einer Frau. Obwohl er mit so vielen Frauen was zu tun hat und er es nicht peinlich findet, mit unserer Mutter einkaufen zu gehen, hat er mich gefragt. Er weiß, dass es mir schlecht geht und ich gern in Gesellschaft wäre. Dafür liebe ich ihn so. Er weiß einfach genau, was ich brauche und ist bereit alles dafür zu tun, damit es mir besser geht. „Ich habe jemanden kennengelernt.“ „Echt? Wie heißt er?“ „Dylan. Er ist so süß.“ Ich zeige ihm den Startbildschirm meines Handys. „Na ja, geht.“ Na ja? Er? Er ist kein 'Na ja'. Er ist die Definition des Wortes 'Perfekt'. Seine Augen strahlen, seine Wangen sind immer leicht gerötet, was ihm diesen verfluchten Scharm verleiht, seine Haare sind so weich und für seinen Körper beneiden ihn so viele. Vom Charakter mal ganz zu schweigen. Er ist so ein freundlicher und aufgeschlossener Mensch, das glaubt man gar nicht. Er hilft wo er kann und lässt alles stehen und liegen, wenn jemand seine Hilfe braucht. Er hat immer ein offenes Ohr und einen guten Rat. Er ist nicht nur 'Na ja'. Er ist alles, was ich je wollte. Mir fällt ein, was meine Therapeutin gesagt hat: „Wir suchen uns immer jemanden, der unseren Eltern ähnlich ist.“ Aber er ähnelt meinen Eltern nicht. Kann man da einen Instinkt haben, der einem sagt, dass sie gleich sind, noch bevor sie die selben Charakterzüge zeigen? Ich sollte sie unbedingt fragen, wenn sie aus dem Urlaub wiederkommt. Ich möchte kein Risiko eingehen, auch wenn ich ihn sehr mag und stark bezweifle, dass er so wird wie mein Vater. „Er repariert Autos, weißt du?“ „Aha! Dann stell ihn mir mal vor!“ „Denkst du wieder nur an dich?“ „Jemand mit einem Job. Ein Job, in dem er zufällig an Autos schraubt. XMXYH, das ist deine bisher beste Wahl gewesen.“ „Wir sind doch nicht zusammen.“ Und eigentlich will er nur mit mir schlafen. Er hat das auch meiner besten Freundin gesagt: „Du, deine beste Freundin, XMXYH, war sie schon einmal mit einem im Bett, mit dem sie nicht zusammen war?“ „Ja, aber mach dir keine Hoffnungen, du bist nicht ihr Typ.“ (Als ich ihr gesagt habe, dass ich ihn echt süß finde, sagte sie nur: „Danke dafür.“ und hat mir alles erzählt) „Ach, ich schaff das schon.“ „Wenn du meinst.“ Und er hat es geschafft. Ich wusste von Anfang an, was er wollte. Aber es war okay. Ich wollte es auch. Ich wollte aber nicht, dass ich das Verlangen nach mehr entwickle, während er nur meinen Körper will. -------- Kannst du mir ein Paar Sachen aussuchen? Ich weiß nicht, was ich nehmen soll.“ „Okay. Welche Größe hast du denn?“ „M.“ Es dauerte vielleicht fünf Minuten, bis meine beiden Hände voll mit Oberteilen waren. „Hier, probier die an. Das müsste dir alles stehen.“ Eines der T-Shirts hatte Dylan auch. Und die beiden hatten in etwa die gleiche Statur. ------- Obwohl ich mir vorgenommen habe, nichts zu kaufen, da ich dafür kein Geld habe, kam auch ich mit einer vollen Tüte nach Hause. -------Sonntag, 2 Uhr: Er müsste gleich kommen. Mein Herz schlägt wie verrückt. Da er wieder mit ein Paar Freunden unterwegs ist, habe ich große Angst davor, dass er absagt, wie er es bei den letzten Malen gemacht hat. Aber ich weiß. Dass er Lust hat. Und wenn er Lust hat, kommt er immer. Damit muss ich leben. Gegen halb war er dann endlich bei mir. Wir haben uns unterhalten. Über seinen Tag, wie es ihm geht, über sein Auto und natürlich auch über meinen Tag. Wir haben aber nicht wirklich lange miteinander geredet, da wir relativ schnell miteinander geschlafen haben. „Tu mir weh.“ Er sieht mich ungläubig an. „W-was?“ sein Stöhnen erschwert ihm das Sprechen. „Tu mir weh. Fick mich härter.“ Und er tat es. Ich spürte, wie er tiefer eindringt, wie sich alles in mir weitet, wenn er in mich gleitet und sich wieder zusammenzieht, wenn er hinaus gleitet. Es ist so ein sagenhaft schönes Gefühl. Nach fast zwei Stunden und zahlreichen Stellungswechseln, die alle den Sinn hatten, mich härter zu penetrieren, lag er schweißgebadet und schwer atmend am anderen Ende der Couch. Ich kuschelte mich ran und betrachtete sein wunderschönes Gesicht. Er hatte seine Augen geschlossen und atmete tief ein. Sein Herzschlag wurde ruhiger. Zumindest, bis ich ihn geküsst habe. -----Sonntag, 7 Uhr: Ich kann nicht schlafen. Ich bin heute Nacht immer wieder aufgewacht und habe geguckt, ob er noch da ist, bis ich wieder beruhigt eingeschlafen bin. Ich war nur leider die ganze Zeit im Halbschlaf und bin nicht ausgeruht. Ich drehe mich zu ihm und betrachte sein Gesicht. Wie kann man selbst beim Schlafen so wunderschön sein? Wie kann so jemand wie ich einen so wundervollen Menschen im Bett haben?

13.8.17 17:11, kommentieren