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Dienstag, 08. August 2017

Ich habe mich wieder in den Schlaf geweint. Mir ist eingefallen, dass wir im Juni über seine Ex Freundin geredet haben. „Ich würde sie sofort zurücknehmen, egal was kommt.“ Es ist, als würde etwas in mir explodieren. Wie kann von so einem bisschen Kontakt so viel kommen? Wie konnte ich mich so schnell in ihn verlieben? Für gewöhnlich brauche ich ewig, was das angeht. Aber bei ihm ging das so schnell. Ich hoffe, dass es auch so schnell verschwindet. Es ist das erste Mal seit langem, dass ich mich nicht nach diesem Schmerz gesehnt habe. Ich wollte nicht verletzt werden, ich wollte wirklich glücklich sein. Vorher habe ich immer wieder versucht, dieses Stechen in meinem Herzen durch einen unnötigen Streit mit meinem Ex hervorzurufen. Ich weiß nur nicht, warum ich das immer getan habe. Vielleicht war ich der Meinung, dass ich das alles verdient habe. Ich frage mich nur, was sich daran geändert hat. Ist ja auch egal. Wichtig ist nur, dass ich auf dem Weg der Besserung bin, auch wenn es mir grade alles andere als gut geht. ------ Die Freundin meines Trainers hat mich das erste Mal angelächelt. Ich bin immer mit meinem freundlichsten Lächeln an den Tresen gegangen. Aber es kam nie was. Nur heute. Strahle ich meine innere Leere etwa aus? Kann ja sein. „Oder dein Trainer hat etwas vernichtendes über dich gesagt und sie sieht dich jetzt nicht mehr als Konkurrenz an.“ Meine innere Stimme ist wieder in ihrem Element. „Das wäre mir auch egal. Ich bin nur für mich und meinen Erfolg hier.“ „Hm.“ Ich stelle mir vor, wie sie mit der Stirn runzelt und die Augen verdreht. Es wurde mir nach meinem Argument wirklich egal. So lange er nett ist wenn ich ihn brauche, kann er machen, was er will. Wir sind ja auch nicht befreundet, also zählt seine Meinung nicht. Nur meine. „Und meine.“ Ich weiß, dass du mich nur beschützen willst. Ich habe eine paranoide Persönlichkeitsstörung und diese Stimme meldet sich nur, wenn etwas komisch ist. Sie bewahrt mich vor vielen Dingen, ist aber auch sehr anstrengend und verletzend. Aber es ist okay. Alles ist okay. ------- Ich bin unterwegs zu einem Freund, mit dem ich letztes Jahr nach der Trennung von meinem Ex sehr viel unternommen habe. Er möchte unbedingt eine F+ Beziehung haben, also hat er mich um Rat gebeten. Ich habe ja auch Ahnung davon. Immerhin hatte ich bisher mit vier Leuten eine Abmachung und es kommt eventuell noch eine dazu. „Willst du das wirklich tun?“ Ich weiß es nicht, ehrlich gesagt. Es ist schön zu wissen, dass jemand deinen Körper attraktiv findet. Aber für jemanden wie mich, der sich dadurch etwas Nähe erhofft, vielleicht nicht das richtige. Aber eine Beziehung möchte ich auch nicht führen. Na ja, mit Dylan hätte ich sie schon gern geführt. Er hat bei unserem letzten Mal immer wieder die Augen geschlossen. Ob er dabei an seine Ex gedacht hat? Okay, nein. Darüber möchte ich nicht nachdenken. ------ „Mein Paket ist übrigens angekommen.“ „Und du willst die Sachen hier anprobieren?“ „Du kennst mich so gut.“ „Na gut, mach das mal.“ Ich habe mich ans andere Ende des Bettes gesetzt, mein Oberteil ausgezogen und den Pastell-lilafarbenen Pulli aus dem Paket geholt. „Schöne Figur.“ „Danke.“ Ich drehe meinen Kopf zu ihm. „Filmst du mich da etwa?“ Er fing an zu lachen. „Man! Hör auf damit. Warum filmst du mich?“ „Keine Sorge, ich hab dich nur verarscht. Warte. Was ist das denn?“ „Mein Yoga-Jumpsuit. Also für den Sport. Ich dachte, das wäre cool.“ „Probier den mal an.“ Und ich tat es. „Uff. Ich sehe darin so dick aus. Und der Jumpsuit ist an meinem Hintern etwas durchsichtig.“ „Zeig mal.“ „Nein!“ Ich fing an wie ein Schulmädchen zu kichern und setzte mich zu ihm aufs Bett. Auf einmal hob er mich hoch und stellte mich vor den Spiegel. „Du spinnst doch wieder. Du bist nicht dick und man kann deinen Hintern nicht sehen.“ „Meinst du?“ Ich drehte mich von ihm weg und warf noch einen Blick in den Spiegel. Plötzlich packte er mich am Hintern und drückte fest. „Und knackig ist er auch noch.“ „Danke, ich hab mir viel Mühe gegeben.“ Ich verdrehte die Augen. Es war schon okay, ich weiß, dass er mich attraktiv findet und gern mit mir schlafen würde. Er weiß aber auch, dass ich das nicht will und akzeptiert das. ------- Meine Gedanken kreisen sich mal wieder nur um Dylan. Soll ich es ihm sagen und damit alles beenden? Oder soll ich die Klappe halten, mich von ihm ficken lassen und mich heimlich nachts an ihm sattsehen? Wenn ich bei ihm bleibe, tut mir das nur weiterhin weh. Ich werde ihn weiterhin vermissen und mit dem Gedanken leben müssen, dass er nur an seine Ex denkt. Ich muss damit leben, dass er mich immer wieder sitzen lässt und keine Zeit für mich hat. Andererseits verliere ich einen sehr guten Freund. „Verlass ihn.“ Und ich tat es. „Es tut mir leid, dass ich dich verletzt habe.“ „Schon okay.“ Zur Zeit ist alles so okay. Nicht gut, nicht schlecht. Einfach okay.

13.8.17 17:39, kommentieren

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Montag, 07. August 2017

Nachdem ich mich gestern in den Schlaf geweint habe, bin ich heute mit meiner inneren Stimme in einen Konflikt geraten. „Ich hab es dir ja gesagt. Menschen wie du werden für Menschen wie ihn niemals interessant sein. Du bist es nicht wert.“ „Aber du hast ihn gesehen. Du hast gesehen, wie er auf einmal rot wurde. Du hast gesehen, wie er dir nachgeschaut hat.“ „Nein. Ich habe gesehen, wie du auf einem attraktiver Mann liegst. An einem Tag, an dem es auch so schon viel zu warm war und sein Körper eben auf diese Hitze reagiert hat. Außerdem habe ich einen Mann gesehen, der erleichtert war, dass das Treffen beendet ist und der nur sichergehen wollte, dass du tatsächlich gehst.“ „Bist du dir sicher?“ „Natürlich bin ich das. Geh zum Spiegel und überzeuge dich selbst davon.“ Ich gehorche. Und sie hat recht. Da ich die Pille abgesetzt hab, ist meine Haut wieder etwas unrein. Ich habe Augenringe. Seit meiner Geburt schon. Außerdem habe ich rein gar nichts besonderes an mir. Und er? Nun ja, ich habe ihn schon ein Paar Mal beschrieben. Sobald ich an diese Augen denke, friert alles in mir. Er ist perfekt – ich bin unterm Durchschnitt. Wir leben in zwei verschiedenen Welten und das wird immer so sein. „Warum kannst du nicht einmal auf mich hören?“ „Weil ich dich nicht hören will! Ich will nicht, dass du existierst!“ „Sei nicht so undankbar. Ich bin alles, was du hast.“ Stimmte das? War diese Stimme wirklich alles, was ich habe? Meine Therapeutin hat gesagt, dass ich darauf achten soll, aus welcher Richtung diese Stimme kommt. Aber ich weiß es nicht. Ich glaube, sie kommt von der rechten Seite. Ich bin mir aber nicht sicher. Ich höre sie, als würde sie hinter mir stehen. Wie ein Schatten. Aber das reicht ihr nicht. Sie will wissen, ob es von rechts oder von links kommt. Ich hätte nie gedacht, dass es so schwer sein kann, die Richtung eines Geräusches zu bestimmen. Ich habe Glück, dass diese Stimme im inneren mit mir streitet und ich nichts laut aussprechen muss. Sonst würden mich die Leute nur für verrückt halten. ------- Ich bin unterwegs zu Michael. Ich wollte mal ein freundliches Gesicht sehen. Wir haben uns umarmt, haben gequatscht und wieder etwas geflirtet. Ich habe ihm seine Zigaretten geklaut und sie in meinen BH gesteckt. Ich wollte, dass er mir näher kommt. Meine innere Stimme meldet sich: „Bitch.“ „Lass mich machen, was ich will. Mir tut diese Aufmerksamkeit gut.“ „Du weißt, dass das wieder tiefer gehen wird, oder? Du weißt, dass du ihn verletzen wirst?“ „Ich weiß. Es ist nur dieses eine Mal.“ „Ich werde da sein, wenn du heulst.“ Ich verdrehe die Augen. Er steht hinter mir, legt seinen Kopf auf meine Schulter und seine Arme um meine Hüften. „Gib sie mir wieder, bitte.“ Küss mich, dann bekommst du sie wieder. Aber er tat es nicht. Erst nach einigen Stunden, als wir einen Sportspielplatz gefunden haben. Er stand vor mir, nahm mich in den Arm, sah mir in die Augen und kam mir langsam näher. In mir kribbelt alles. Nicht, weil ich Gefühle für ihn habe, sondern weil ich begehrt werde. Ich glaube, dass ich wirklich eine Beziehung führen will. Ich will abends nach Hause kommen und mit der Person schlafen, die ich liebe. Dann will ich ihm von meinem Tag erzählen und mit ihm über seinen reden. Ich will mit ihm zusammen was essen und nachts seinen warmen Atem in meinem Genick spüren.Vielleicht will ich das alles aber auch nur kurz. Immerhin bin ich bald volljährig und kann feiern gehen. Da würde mir ein Freund nur im Weg stehen. ------ Ich habe heute nicht wirklich viel von Dylan gehört. Aber das ist auch gut so. Ich weiß nicht, ob ich ihn noch einmal sehen möchte. Er tut mir nur weh. Immerhin weiß ich jetzt, dass er nichts für mich empfindet. Ich war nur die einzige, die mit ihm schlafen wollte. Er fand es toll, dass ich auch so gegen eine Beziehung war. Aber wer hätte gedacht, dass ich mich so schnell in ihn verliebe? Es war bisher bei niemandem, mit dem ich eine Freundschaft plus Beziehung eingegangen bin. Ich hatte nie Interesse an ihrem Leben gehabt, hab ihnen auch meistens nur geschrieben wenn ich Lust auf sie hatte und bin immer gegangen, wenn es vorbei war. Ihn würde ich hingegen die ganze Zeit bei mir haben wollen. Und er mich nur, wenn sich sein Trieb meldet. „Weißt du, wovor ich am meisten Angst hab?“ „Wovor denn?“ „Davor, dass einer von euch beiden schwanger wird.“ „Von uns beiden? Dylan? Schläfst du etwa noch mit einer anderen?“ Ich habe gelacht, um zu verstecken, wie hart mich das getroffen hat. „Nicht mehr, Aber.. trotzdem.“

13.8.17 17:37, kommentieren