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Samstag, 08.07.2017

„Ich bin kein Mensch, der irgendjemanden verarscht.“ Danke. „Ich spiele gern mit offenen Karten.“ Nicht nur du, Schatz. “Du weißt, was ich will.“ Weiß ich das? „Ich würde auch ehrlich sagen, ich würde echt gern mit dir schlafen.“ Tu es. „Aber zu mehr wird es auch nicht kommen. Ich bin nicht der Mensch dafür.“ Warum nicht? „Der jetzt irgendwie... dir was vorgaukelt. Ich spiele einfach gern mit offenen Karten.“ Das ist auch besser so. Würdest du wirklich mit mir eine Beziehung führen, würdest du mich innerhalb von wenigen Tagen hinschmeißen. Ich bin kaputt. „Ich will dich einfach nicht verletzen.“ Mich kann nichts verletzen.Wir hätten nicht unterschiedlicher sein können. Trotzdem zieht er mich so an. Er ist einfach alles, wovon ich je geträumt habe. Aber ich kann ihm nicht näher kommen. Es fühlt sich einfach so falsch an. Die Sachen von meinem Ex sind noch bei mir. Vielleicht bremst mich das aus. Oder ich hab einen gewaltigen Sprung gemacht. Ich bin mir nicht sicher. Aber irgendwas bremst mich aus. Vielleicht werde ich auch einfach nur erwachsen. Oder meine Therapie schreitet voran. Immerhin hab ich mich seit Monaten nicht mehr verletzt, passe auf mich auf und habe nicht mehr das Bedürfnis, mich täglich zu erniedrigen. Ich hänge im Prinzip an nichts mehr. Ich fühle mich trotzdem so leer. Ich wollte diesen Zustand immer erreichen, diesen Zustand voller Desinteresse, ohne Schmerzen. Wer hätte gedacht, dass es auf dieser Ebene so einsam ist? Vielleicht ist es auch nicht die Ebene, die mich so einsam macht. Vielleicht ist es die Tatsache, dass ich wirklich allein bin. Immerhin sind meine Eltern bei sich zu Hause. Meine Wohnung ist kalt und verlassen. Ich hab mich schon oft gefragt, was mich hier hält.Man kann ganz leicht herausfinden, woran man hängt. „Wenn dein Haus brennen würde und du nur eine Sache mitnehmen könntest, welche wäre das?“ Ich hab sie auch schon oft anderen gestellt. Jeder konnte mir einen Gegenstand oder ein Lebewesen nennen. Und dann wurde ich gefragt. Ich hatte aber keine Antwort. Was soll man „retten“, wenn einem nichts bedeutet? Würde ich das Haus überhaupt verlassen oder den Rauch tief inhalieren? Ich tippe auf letzteres. Nicht, weil ich gern sterben würde. Ich würde es für den Kick tun. Vielleicht wäre das ja die eine Sache, die ich gern „retten“ würde. Meinen Reiz. Er wurde so lange behütet. Eingesperrt in einer Kiste, die tief in meinem Unterbewusstsein versteckt wurde. Ich lebe für die Angst. Ja, das ist es, was mich ausmacht. Und ich habe Angst vor den Begegnungen und den Blicken der Fremden, wenn ich ich das erste Mal vor ihnen ausziehe. All diese Narben, die kleinen Brüste und die fehlenden Rundungen. Ich melde mich das erste Mal zweimal an einem Tag. Ich hab getrunken – Schande über mich. Ich sollte das wirklich lassen. Aber angetrunken kommen Gedanken hoch, die ich sonst so gut verstecken kann. Oder ignoriere. Ich war heute zu einem Geburtstag eingeladen. Mit dem Typen, der nur mit mir schlafen will. Ich war nicht wirklich aufgeregt, hab mir aber dennoch Gedanken darüber gemacht, was ich anziehe und wie ich mich am besten schminke. Ich hatte eine normale Jeans und ein hautenges, schwarzes Top an, welches meine (auch wenn es nur sehr geringe waren) Rundungen betonen sollte. Mein Make-up war ausnahmsweise mal auch perfekt. Ich habe mir so unendlich viel Mühe gegeben. Ich sah sehr natürlich, aber dennoch viel besser aus als jetzt. Und dann die blöde Nachricht: Wir haben für dich keinen Platz mehr im Auto. Ich war etwas über meine Enttäuschung verwundert. Immerhin hätten wir eh nicht miteinander schlafen können, da da noch andere waren. Na ja, was soll's. Punkt Nummer zwei: Ich hatte ja die Sachen meines Ex-Freundes aussortiert, sodass er sich diese sofort abholen kann und wir uns nicht unnötig lange damit aufhalten. Nun ja, diese habe ich dann auch auf den Karton des Staubsaugers, den mir mein Papa geschenkt hat, der genau neben meinem (unserem) Bett steht, gelegt. Ich habe gelesen, bevor ich mich dazu entschlossen habe, diesen Beitrag zu verfassen. Und im Buch (Träume süß, mein Mädchen. Sehr zu empfehlen) haben sie gerade getrunken und ich bekam auch dazu Lust. Jetzt, nach einem ¾ der Flasche (ich hätte wirklich was essen sollen), fehlt er mir. Ich sehe die Sachen und es bricht mir beinahe das Herz. Ich weiß nicht genau, was das zu bedeuten hat. Aber ich will ihn auf jeden Fall nicht wieder. Glaube ich zumindest. Ich will einfach nicht mehr untätig zu Hause sitzen. Ich will nicht stundenlang auf die Decke seines Zimmers starren, während er sich in einem Onlinespiel vergnügt. Ich will raus, ich will flirten, ohne gesagt zu bekommen, dass ich nerve, ich will trinken, weil dann die Hemmungen fallen und ich will bis um 2 Uhr Morgens im Park sitzen und über alles mögliche philosophieren. Aber er will nur seinen PC. Er wird sich auch niemals ändern. Ich hab zu viel erlebt, um mich auf so eine alberne Fantasie zu verlassen. Menschen werden sich niemals ändern. Vielleicht können sie für ein Paar Monate so tun, als wären sie anders. Aber das war es auch schon. Die Wirklichkeit wird einen immer einholen.

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Mittwoch, 14. Juni 2017 Zusammenfassung

Ich hab schon wieder vergessen, wie gut es tut, sich zu öffnen. Ich denke, ich fange heute mit den positiven Dingen an. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Meine Eltern haben mir ein Notebook geschenkt. Ich bin sehr froh darüber, auch wenn er nur dazu dient, dass ich sie nicht so oft besuche. Im Prinzip meinen sie es nur gut. ------------ Zur Zeit mache ich gern Scherze darüber, dass ich verlobt bin, um zu verheimlichen, dass ich es gern wäre. Für gewöhnlich bekommt man nie das, was man sich wünscht. Seine Reaktion verblüffte mich aber. Ich habe mich seinen Freunden als "seine Verlobte" vorgestellt und musste mir dabei das Lachen verkneifen, da sie sehr verwirrt schauten. Statt (wie üblich) zu sagen, dass ich einen Scherz mache, nahm er mich in den Arm und nickte. Ich hätte nie gedacht, dass mein Herz so springen kann. Vielleicht stand es auch still, ich weiß es nicht. Die Zeit stand es auf jeden Fall. Es war diese eine Sekunde, die scheinbar nie vergeht. --------- Am Wochenende war ich auf einem Stadtfest. Mit ihm natürlich. Erst da wurde mir wieder bewusst, wie strak wir uns eigentlich vereinen. Wenn ich schwach bin, ist er stark. Wenn ich Angst habe, zeigt er seine ganze Härte. Wenn er wütend und aggressiv ist, beruhige ich ihn und seine Umgebung. Wenn ich nicht schlafe, wacht er auf und wartet, bis ich wieder eingeschlafen bin. Vor zwei Tagen hat er mir erzählt, dass er bald zu mir zieht. Ich sehe es schon kommen: morgens Sex, mittags einkaufen, Wäsche waschen, kochen, Abends zusammen Filme sehen und zusammen einschlafen. Während andere sich über all das aufregen, genieße ich es, weil er da ist. Wir hatten es schon einmal probiert. Alles wurde zusammen gemacht. Na gut, fast alles. Natürlich gab es Aufgaben, die er nicht machen wollte, aber bei mir war es auch so. Also haben wir einiges allein gemacht. Aber das ist okay. Nun zu den negativen Dingen: ich bin immer noch labil. Jetzt schon seit 5 Jahren. Zur Zeit bin ich krankgeschrieben, ich hab' es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich bin im allgemeinen oft krank. Mein Bauch krampft, mir ist andauernd schlecht, ich habe Panikattacken, schlafe schlecht und bin sehr angespannt. -------- Letzte Woche Donnerstag bekam ich in meiner Firma eine Abmahnung. Und warum? Leistungsabfall. Von diesem sehe ich aber nichts. Ich arbeite (trotz des Burnouts) am besten. Ich bin die erste, die anfängt, die erste, die die Arbeit abgibt und die einzige, die sehr genau arbeitet. Selbst Zusatzaufgaben werden erledigt. Das kostet mich allerdings auch sehr viel Kraft. Dazu noch die fehlende Anerkennung. Ich werde oft ausfallend und aggressiv. Ich kann schon verstehen, dass man solch einen Menschen nicht ins Herz schließt. Aber deswegen ungerecht behandelt werden? Ihnen einfach zu beichten, warum ich so bin, könnte alles leichter machen. Es könnte aber zu Spott führen. Und ein weiteres Risiko möchte ich nicht eigehen. Ich würde es auch nicht verkraften. Dazu kommt, dass alle anderen, obwohl sie die Aufgaben (wenn überhaupt) mangelhaft erledigen, sie für eine einzige Recherche 4 Stunden brauchen und diese dann auch noch aus (maximal) einem Satz besteht, viel Lob, zuspurch und Förderungen kriegen. Ich bin fertig mit allem. Wenn das so weiter geht, weiß ich nicht, ob ich mich beherrschen kann.

1 Kommentar 14.6.17 20:57, kommentieren