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Mittwoch, 14. Juni 2017 Zusammenfassung

Ich hab schon wieder vergessen, wie gut es tut, sich zu öffnen. Ich denke, ich fange heute mit den positiven Dingen an. Das wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Meine Eltern haben mir ein Notebook geschenkt. Ich bin sehr froh darüber, auch wenn er nur dazu dient, dass ich sie nicht so oft besuche. Im Prinzip meinen sie es nur gut. ------------ Zur Zeit mache ich gern Scherze darüber, dass ich verlobt bin, um zu verheimlichen, dass ich es gern wäre. Für gewöhnlich bekommt man nie das, was man sich wünscht. Seine Reaktion verblüffte mich aber. Ich habe mich seinen Freunden als "seine Verlobte" vorgestellt und musste mir dabei das Lachen verkneifen, da sie sehr verwirrt schauten. Statt (wie üblich) zu sagen, dass ich einen Scherz mache, nahm er mich in den Arm und nickte. Ich hätte nie gedacht, dass mein Herz so springen kann. Vielleicht stand es auch still, ich weiß es nicht. Die Zeit stand es auf jeden Fall. Es war diese eine Sekunde, die scheinbar nie vergeht. --------- Am Wochenende war ich auf einem Stadtfest. Mit ihm natürlich. Erst da wurde mir wieder bewusst, wie strak wir uns eigentlich vereinen. Wenn ich schwach bin, ist er stark. Wenn ich Angst habe, zeigt er seine ganze Härte. Wenn er wütend und aggressiv ist, beruhige ich ihn und seine Umgebung. Wenn ich nicht schlafe, wacht er auf und wartet, bis ich wieder eingeschlafen bin. Vor zwei Tagen hat er mir erzählt, dass er bald zu mir zieht. Ich sehe es schon kommen: morgens Sex, mittags einkaufen, Wäsche waschen, kochen, Abends zusammen Filme sehen und zusammen einschlafen. Während andere sich über all das aufregen, genieße ich es, weil er da ist. Wir hatten es schon einmal probiert. Alles wurde zusammen gemacht. Na gut, fast alles. Natürlich gab es Aufgaben, die er nicht machen wollte, aber bei mir war es auch so. Also haben wir einiges allein gemacht. Aber das ist okay. Nun zu den negativen Dingen: ich bin immer noch labil. Jetzt schon seit 5 Jahren. Zur Zeit bin ich krankgeschrieben, ich hab' es einfach nicht mehr ausgehalten. Ich bin im allgemeinen oft krank. Mein Bauch krampft, mir ist andauernd schlecht, ich habe Panikattacken, schlafe schlecht und bin sehr angespannt. -------- Letzte Woche Donnerstag bekam ich in meiner Firma eine Abmahnung. Und warum? Leistungsabfall. Von diesem sehe ich aber nichts. Ich arbeite (trotz des Burnouts) am besten. Ich bin die erste, die anfängt, die erste, die die Arbeit abgibt und die einzige, die sehr genau arbeitet. Selbst Zusatzaufgaben werden erledigt. Das kostet mich allerdings auch sehr viel Kraft. Dazu noch die fehlende Anerkennung. Ich werde oft ausfallend und aggressiv. Ich kann schon verstehen, dass man solch einen Menschen nicht ins Herz schließt. Aber deswegen ungerecht behandelt werden? Ihnen einfach zu beichten, warum ich so bin, könnte alles leichter machen. Es könnte aber zu Spott führen. Und ein weiteres Risiko möchte ich nicht eigehen. Ich würde es auch nicht verkraften. Dazu kommt, dass alle anderen, obwohl sie die Aufgaben (wenn überhaupt) mangelhaft erledigen, sie für eine einzige Recherche 4 Stunden brauchen und diese dann auch noch aus (maximal) einem Satz besteht, viel Lob, zuspurch und Förderungen kriegen. Ich bin fertig mit allem. Wenn das so weiter geht, weiß ich nicht, ob ich mich beherrschen kann.

14.6.17 20:57, kommentieren

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Sonntag, 09. April 2017

Was macht man, wenn die einzige Konstante im Leben von einem auf den anderen Moment verschwindet? Oder besser gesagt: der Mensch, der diese Konstante ist, sich verändert? Veränderungen sollen ja gut sein. Aber irgendwann ist auch mal schluss. Zumindest, wenn das Gute schlecht wird. Andersherum kann es ja gerne funktionieren. Millionen Menschen würden sich darüber freuen. Leider ist das Leben kein Wunschkonzert. ------- Er schreit mich seit Tagen an. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Mal, weil ich ihn frage, ob er im Internet etwas für mich suchen kann, da er gerade am Handy spielt, mal, weil ich mich auf ihn setze (egal, ob angezogen oder nicht) und ihn küsse. Ich habe das Gefühl, dass ich für ihn nicht mehr reizvoll, sondern selbstverständlich bin. Und das tut weh. Sehr sogar. Ich habe Angst davor, ihn zu verlassen. Nicht, weil ich dann alleine bin und sich die Verhältnisse mit Fremden wieder häufen würden, nein, er ist meine Konstante. Ich wäre nicht nur am Boden, wenn er geht. Er würde mich auch mit aller Kraft auf den Boden bringen. Er würde mich verletzen. Absichtlich. Er würde wollen, dass ich den Schmerz spüre, den er in dem Moment auch spürt, ohne daran zu denken, dass ich den gleichen Schmerz seit Jahren in mir trage. Es ist eine Art Heilungsverfahren. Kein gutes, aber es ist effektiv. Ich habe es in meiner letzten Beziehung auch gerne getan. Es hat mir den Schmerz genommen und seins verdoppelt. Es ist kindisch. Wir wachsen in dem Glauben auf, dass wir gerecht sein sollen. Gerecht ist aber auch, dass das Leid geteilt wird. Wenn niemand in der Kindheit diesen Gedanken stoppt, wird es als richtigen Weg im Gehirn gespeichert. Zumindest denke ich das. In zwei Wochen habe ich den nächsten Termin bei meiner Therapeutin. Ich habe das Gefühl, dass sich alles wiederholt. Die Frage lautet jetzt nur: bin ich stärker und schlauer geworden? Oder komme ich schwächer und von der Liebe geblendet zurück und gehe daran kaputt?

9.4.17 21:02, kommentieren