Über

Ich werde hier auf meinem Blog weder meinen Namen, noch Namen von den Leuten nennen, über die ich schreibe. Dieser Blog ist nur für mich, um meine Gedanken mal zu sortieren und mir einiges von der Seele zu reden bzw. schreiben. Viel Spaß beim Lesen, XMXYH

Alter: 18
 


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Miko, dritte Woche, Fehlgeburt. 29.12.2017

Ich bin mit Schmerzen aufgewacht; ich habe leicht geblutet. Vermutlich eine Schmierblutung. ----- Ich bin wieder vor dem Wecker unserer neuen Mitbewohnerin wach geworden und hätte ihr diesen am liebsten ins Gesicht geworfen. Sie steht um halb sechs auf, raucht eine, setzt sich wieder aufs Bett und bleibt dort eine Dreiviertelstunde lang sitzen ohne etwas. Sie macht mich damit so aggressiv. „Ich brauche die Zeit morgens halt. Sonst muss ich mich so beeilen.“ „Es gibt erst um acht Uhr Frühstück. Und du brauchst im Bad nur zehn Minuten.“ Sie wusste nicht, was sie darauf antworten soll. „Ich brauche aber eine Stunde, um auf der Erde anzukommen.“ Für mich war das Gespräch damit beendet. So viel Ignoranz innerhalb eines kurzen Gespräches. Aber gut, viele sind ja genau deswegen hier. Ich finde trotzdem, dass man, wenn so etwas angesprochen wird, etwas Rücksicht nehmen sollte. ----- Wir sitzen in einer Art Halle und haben Bewegungstraining. Ich gebe mein bestes um die 1,5 Stunden zu überstehen. Die Schmerzen bringen mich noch um. Ich schwitze am ganzen Körper und habe das Gefühl, ich kippe gleich um. ------- „Ich brauche dringend einen Arzt.“ Ich stehe im Schwesternzimmer der Psychiatrie. Ich habe geschafft es auszuhalten, jetzt geht es mir aber noch schlechter. „Wofür denn?“ „Ich habe starke Unterleibschmerzen und halte es langsam wirklich nicht mehr aus.“ Nach einer halben Stunde, die mir ewig vorkam, kam ich dann zur Ärztin, die mir nur den Rat gegeben hat, ein wenig zu warten; es könnte ja meine Periode sein, die mir solche Schmerzen bereitet. -------- Der Oberarzt bittet mich zu einem Gespräch und verweist darauf, dass ich den Termin mit ihm um 14:30 vergessen habe. Scheiße. Jetzt gibt es bestimmt ärger. „Ihre Blutergebnisse sind da.“ Er hält inne und scheint zu überlegen, wie er seinen Satz am besten anfängt. „Möchten Sie es wissen?“ „Ich denke schon.“ „Ich habe Ihren Wert gesehen und war etwas verdutzt, also habe ich mich noch einmal mit der Gynäkologie in Verbindung gesetzt....“ Scheiße. „....die haben mir den Normalen hCG-Wert mitgeteilt, den jemand haben sollte, wenn er nicht schwanger ist.....“ Bitte sag es nicht. „... Ihr Wert ist deutlich darüber, was mir etwas Sorgen bereitet.“ Scheiße. Scheiße. Scheiße. Er sagt nichts mehr und ich merke, wie mir jegliche Farbe aus dem Gesicht läuft. Der Raum beginnt sich zu drehen und auf meinem Rücken bilden sich Schweißperlen. Ich muss hier raus. Ich muss an die Luft und der Frustration freien Lauf lassen. „Wissen Sie schon, was Sie jetzt machen müssen?“ „Ja. Abwarten. Ich soll im neuen Jahr einen neuen Schwangerschaftstest machen und den in der Gynäkologie abgeben. Dort leiten sie die weiteren Schritte ein – also die Suche nach der Abtreibungsklinik, die Belehrung und so.“ „Sind Sie sich denn sicher, dass Sie das Kind nicht behalten wollen? Viele überlegen es sich nach so einer Nachricht anders.“ „Nicht in meinem derzeitigen Zustand. Meine Mutter war auch krank und sie hat mir das Leben zur Hölle gemacht. Ich möchte nicht so sein wie sie.“ „Ich verstehe.“ ----- Die Zimmernachbarin, mit der ich mich gut verstehe, Mira, sieht mich besorgt an. „Gab es ärger?“ „Nein. Nur etwas.. komische Nachrichten.“ Ich verlasse den Raum, in dem außer uns beiden noch fünf weitere Patienten sitzen, um meine Wasserflasche aufzufüllen. Sie folgt mir. „Was hat er denn gesagt?“ Es bildet sich ein Kloß in meinem Hals. „Das mein Wert erhöht ist.“ „Du bist Schwanger?“ „Nicht mehr. Ich hab doch kurz vor dem Gespräch mit ihm meine Tage bekommen. Ich glaube, ich habe es verloren.“ Sie erstarrt und ihr Blick ist leer. Ihre Augen füllen sich mit Tränen und ihre Stimme zittert: „Du.. hast es verloren?“ Scheiße. Hör auf zu weinen. „Ja. Aber es ist nicht schlimm. Ich wollte es doch eh nicht behalten. Stell dir mich mal als Mutter vor. Ich möchte, sollte ich jemals Kinder haben, für sie nur das Beste. Und das kann ich ihnen nicht bieten.“ Jetzt kann ich ihnen nur eine Mutter mit gestörter Persönlichkeit, starkem Alkoholkonsum und ständig wechselnden Geschlechtspartnern anbieten. Ich weiß nicht, warum mich der Gedanke, dass ich mein Kind verloren haben könnte, so fertig macht. Vielleicht weil ich gehofft habe, dass ich mir die Symptome nur einbilde. Dass das alles nicht real ist. Aber der Test spricht Bände – und die höllischen Schmerzen, die ich hab, seit meine Blutung eingesetzt hat, sprechen ebenfalls dafür. In meiner Vorstellung laufe ich mit einem kleinen Jungen Hand in Hand durch die Stadt. Er sieht mich an und nennt mich „Mama“. Ich spüre die Liebe zwischen uns, dabei ist er nicht einmal hier. Miko, dritte Woche, Fehlgeburt.

29.12.17 20:38, kommentieren

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Sonntag, 17. Dezember 2017

Seit dem 12. Dezember bin ich nun in der Klinik. Die Ankunft war sehr.. Nun ja, sagen wir so, ich war ziemlich nervös und habe mich unterwegs fast übergeben. Mir rutschte das Herz in die Hose und ich hatte das Gefühl, ich würde jede Sekunde umkippen. Aber ich schätze, dass das normal ist, wenn man in eine fremde Umgebung kommt. Ich sollte mein Zimmer beziehen und und hab mir dabei die Sachen meiner Zimmergenossinnen oberflächlich angesehen. Das eine Bett war voller Bilder, die ich aber nicht näher betrachtet habe. Es waren viele Süßigkeiten da, viele Geschenke und ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Prinzessin.“ Das Bett war auch nicht gemacht, es war ein riesiges Durcheinander. Na super. Eine Zicke. Über dem zweiten Bett hingen verwelkte Blätter. Ich wusste nicht, wie ich sie einschätzen soll. Vielleicht ein Öko? Das waren schon harte Gegensätze. Ich ging zum EKG und als ich wiederkam, kam mir eine von ihnen entgegen. Sie wirkte sehr ruhig, war etwas älter, vielleicht ende dreißig. „Bist du die neue?“ „Ja, ich bin Shawty.“ Ich gab ihr die Hand und sie zögerte, nahm sie dann aber doch. ------ Ich habe mich relativ schnell in die Gruppe eingefunden. Es ist leicht, wenn man mit Menschen zusammen ist, die die gleiche Symptomatik besitzen wie man selbst. Sie sind so verständnisvoll. Es gibt hier einfach keine Fehler; weil niemand von uns gewollt einen Fehler macht. Wir haben alle nur ein Ziel: gesund werden. ---- Am Montag, den 11. Dezember, habe ich mich noch mit Basti getroffen. Wir haben wieder miteinander geschlafen. Es war hart und sehr grob. Aber es war in Ordnung. „Du machst mich fertig.“ „Das war das Ziel, mein Schatz.“ Ich ging von ihm runter und nahm ihn in den Mund. Ich bin bereits gekommen, er jedoch nicht. Und das kratzt natürlich gewaltig an meinem Ego. Ich kann ihn aber nicht weiter reiten, sonst bekomme ich noch einen Krampf. Er hält sein Gesicht zu; es gefällt ihm. Ich umspiele ihn mit meiner Zunge, nehme ihn immer tiefer in den Mund, sauge daran und beiße leicht rein. Er steht auf Schmerzen und ich füge sie ihm gerne zu. Besonders auf diese Art und Weise. „Ich kann nicht mehr. Hör bitte auf.“ Wir schlafen schon seit über einer Stunde miteinander. Er braucht wirklich sehr lange, aber dafür kann ich danach gut schlafen. „Du genießt doch nur.“ „Trotzdem. Ich muss ja nicht kommen.“ Ich gucke ihn enttäuscht an, folge seiner Bitte aber und setze mich auf ihn. Er küsst mich leidenschaftlich und ich kann nicht widerstehen; ich lasse ihn wieder in mich gleiten. Die Leidenschaft in ihm entflammt erneut. Er dreht mich um, wirft mich auf die Knie und dringt mit einem Stoß ein. Ich schreie vor Schmerz und Erregung auf und merke, wie ich immer feuchter werde. Er hält mit der einen Hand meine Hüfte fest und schlägt mit der anderen zu, während er in einem schnellen Takt immer härter zustößt. Als er langsamer wird, keucht er: „Baby. Ich hab kein Kondom an. Lass uns lieber aufhören.“ „Nein. Nicht jetzt.“ „Aber dann wirst du schwanger.“ „Lass das mal meine Sorge sein. Ich hol mir morgen die Pille. Aber jetzt gehöre ich ganz dir. Ich will, dass du für mich kommst.“ Er hält weiter inne; was mich dazu führt, mich zu bewegen, wodurch er innerhalb von Sekunden kommt, mir in den Hintern kneift und sein Stöhnen unterdrückt. ----- Ich habe ein Taxi kommen lassen, das ihn nach Hause bringt. Mein Bett ist an der Stelle nass, an der er mich von hinten genommen hat. Gott, ich war noch nie in meinem Leben so feucht. Nachdem ich das Bettlaken gewechselt habe, bekam ich eine Nachricht von ihm. „Danke für den schönen Abend. Du wirst mir fehlen.“ Du mir auch, Schatz. ------ 16. Dezember 2017: ich bin auf dem Weg nach Hause; auf dem Weg in Bastis Arme. Nachdem ich in der Regionalbahn aus dem Fenster schaue und die mir bekannten Häuser erblicke, steigt in mir die Panik. Die Stadt macht mich krank und ich hasse sie. Ich würde am liebsten einfach wieder umdrehen und nach Hause fahren. Ich hab die Schnauze so voll von allem, was mich hier umgibt. Von diesen Seelenlosen Hüllen, die Menschen darstellen sollen, von dem Verkehr, von der Natur, der Luft und vor allem von dieser eiskalten Wohnung. Basti begrüßt mich mit einer Rose, die er extra für mich gekauft hat, weil ich Rosen liebe, gibt mir einen Kuss und nimmt mich in den Arm. „Du hast mir gefehlt.“ „Du mir auch, Basti.“ Er drückt mich von sich weg. „Ist bei dir alles in Ordnung? Du klingst so bedrückt.“ „Es ist ein komisches Gefühl wieder hier zu sein.“ ------ Wir gehen mit meinem kleinen Cousin zum Weihnachtsmarkt, bis mein Bruder zu uns kommt und ihm was zum Essen kauft, weil beide hungrig wurden. Kurz darauf gesellte sich auch Bastis Ex und ihr neuer Freund, ebenfalls ein guter Freund meines Bruders, zu uns und sah uns total irritiert an, als wir uns geküsst haben. Ja, Bitch, er gehört jetzt mir.

17.12.17 15:24, kommentieren